12. Black Forest ULTRA Bike Marathon Kirchzarten
Ergebnisse
Sepp: 12. Platz / 3:37.49,3
Bericht
Der Anreisetag war ziemlich verregnet und somit ein trockenes Rollen nicht möglich. Das hieß für Sepp: Regeneration. Ein Wort das er in den letzten Jahren aus seinem Wortschatz gestrichen hatte.
Am Samstag wurde die Startnummer geholt und ein 1 ½ stündiges Training inklusive Vorbelastung absolviert. Das Wetter war gut und man hoffte auf eine relativ gut befahrbare Strecke am nächsten Tag, was sich auch bestätigen sollte.
Am Samstag wurde noch mit den Kollegen die Taktik besprochen. Ziel war es am Hinterrad des letztmaligen Siegers zu bleiben, was aufgrund der letzten Deutschen Meisterschaft (34 min Rückstand) fast ein unmögliches Unterfangen zu werden schien.
Nach ordentlichen Kohlenhydratloading mit Nudeln wurde nach dem Klitschko-Boxkampf die Nachtruhe eingeläutet. Um 5 Uhr klingelte der Wecker und es ging zum Frühstück. Danach wurde die Nervosität etwas größer, was sich bei Sepp immer in einem mehrgängigen Ritual „ausdrückt“ (Insider wissen bzw. kennen das Ritual). Hauptsache es is genug Dreilagiges vorhanden.
Nach dem alles vorbereitet war, ging es um 7:45 zum Startblock der Feuerwehr, der dann um 8:15 gestartet werden sollte. Die üblichen Verdächtigen waren natürlich auch vor Ort.
Nach dem Startschuss bildetete sich direkt eine 10-köpfige Spitzengruppe, die wie an einer Schnur gezogen in Richtung Hinterzarten ging. Sepp hatte sich gleich an das Hinterrad des noch amtierenden Deutschen Meisters geklemmt. Beine und Pulsuhr sagten aber eindeutig, dass er dieses Höllentempo nicht bis zum Schluss fahren können wird. So entschloss er sich im Anstieg seine Kräfte einzuteilen und die Gruppe ziehen zu lassen. Sepp dachte sich, wenn diese Gruppe mit diesem Tempo durchkommt, dann hat der Sieger auch verdient gewonnen.
Jetzt hieß es, das Tempo und die Pulswerte zu kontrollieren. Die Trainingssteuerung durch iQ-Athletik zeigte mit ihren exakt vorgegebenen Werte für solch eine Distanz einmal mehr die volle Wirkung und so wurde Kilometer für Kilometer kontinuierlich abgespult, wunderbar zu sehen in den spätern Split-Zeiten.
Nach ca. 50 km entdeckte Sepp den amtierenden Favoriten am Rande der Strecke, wie er sein defektes Hinterrad aufpumpte. Jetzt hieß es kühlen Kopf behalten und taktisch clever fahren. Sepp wusste, die Konkurrenz wird nicht lang brauchen um wieder aufzuschließen, und klemmte sich kurzerhand an das Hinterrad eines weiteren vorausfahrenden Konkurrenten.
Kurze Zeit später schloss der Favorit auch schon wieder von hinten auf und es bildete sich eine Dreiergruppe. Diese blieb bis zur nächsten Verpflegung zusammen, wo der Mitstreiter sein Hinterrad abermals aufpumpen musste. Als Duo ging es nach der Verpflegung direkt in ein Steilstück, welches ziemlich viel Körner kosten sollte, gefolgt von einer Attacke durch Sepp, mit der er ein recht komfortables Loch zu seinem Konkurrenten rausfahren konnte.
Auf dem langen Bergabstück wurde das Centurion Hydro und insbesondere das Maxxis-Fahrwerk auf das äußerste strapaziert. Nach der Abfahrt ging es dann wellig weiter. Von hinten fuhr erneut die Konkurrenz auf, die dann auch direkt mit einer Attacke konterte. Jetzt gab es nur eins: Vollgas und ans Hinterrad.
Wie siamesische Zwillinge ging es dann bis zum finalen Anstieg. Nach einem kurzen Gespräch signalisierte der Favorit, dass er seine ganze Kraft in die Aufholjagd gesteckt hatte und nun leider die weiße Fahne schwenken müßte. Um diese Aussage auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, erhöhte Sepp noch einmal das Tempo und fuhr dann alleine bis ins Ziel weiter. Mit überqueren der Ziellinie komplementierte er dann den deutschen Meistertitel der Feuerwehren in seiner Altersklasse.
Besonders hervorzuheben sei an dieser Stelle, das faire und vorbildliche Verhalten der Konkurrenten untereinander.
Bei diesem Wettkampf und bei den vorangegangenen Wettkämpfe bestätigt sich wieder wie wertvoll eine professionelle und individuelle Trainigsbetreuung/-steuerung ist. Danke nochmals an Dennis und Sebastian. Auch das Material hat wieder hervorragende und zuverlässige Dienste geleistet. Alles war perfekt aufeinander abgestimmt und überzeugte einmal mehr durch absolute Haltbarkeit.
Rundum war es ein perfektes WE mit dem ersten Deutschen Meistertitel für das HardAttack Team.
Beschreibung
Die Veranstaltung hat in den letzten Jahren eine Größenordnung erreicht, die es dem ehrenamtlich arbeitenden Organisationskomitee nicht mehr erlaubt Pausen einzulegen. Das gesamte Jahr über gilt es Dinge zu regeln und Neuerungen auf den Weg zu bringen. Bei der 12. Auflage betreffen die Neuerungen vor allem die Teamwertungen. So können erstmalig auf allen vier Strecken (ULTRA 116 km, Power Track 88 km, Marathon 77 km und Short Track 43 km) eine Frau und ein Mann bei der sogenannten „Sie-und-Er-Wertung“ ein Team bilden. Komplett neu eingeführt wird die Firmenwertung. Dabei werden die gefahrenen Kilometer aller gemeldeten Mitarbeiter einer Firma zusammengezählt. Siegchancen haben folglich die Firmen, die möglichst viele Mitarbeiter auf langen Strecken an den Start bringen.
Bereits zum zweiten Male werden im Rahmen des Black Forest ULTRA Bike Marathons die Internationalen Deutschen Feuerwehrmeisterschaften durchgeführt. Viele Feuerwehrleute werden wieder den Weg nach Kirchzarten finden und getreu dem Motto „Fit for fire fighting“, die für ihre gesellschaftlich wertvolle Aufgabe und zur Bewältigung des Rennens notwendige sportliche Fitness mitbringen.
[Quelle: http://www.black-forest-ultra-bike.de]












